Hochsensitiv - Hochbegabt - Synästhet ?
Hochsensitiv - Hochbegabt - Synästhet ?

Droge Thalamus?

Hier einmal eine kleine Präsentation zur Wirkung von halluzinogenen Drogen auf das Gehirn. Bemerkenswert ist hierbei, dass halluzinogene Drogen den Thalamus sozusagen „außer Kraft“ setzen sollen und die Beschreibung des anschließenden Zustandes den normalen Empfindungen eines HSM sehr nahe kommen:

 

Im Gehirn ist der thalamische Filter abgeschaltet. Die rechte Hirnhemisphäre ist aktiver als sonst, so dass beide ungefähr die gleiche Aktivität haben. Normalerweise ist die linke Hemisphäre stärker aktiv als die rechte. Wie sich diese Veränderungen bei jedem einzelnen auswirken, ist unberechenbar. Die Wahrnehmungen werden verändert und intensiviert. Man muss viele Eindrücke auf einmal verarbeiten. Es kommt zu optischen Täuschungen bzw. Verzerrungen.

 

Zeiträume erscheinen einem länger, die Zeit scheint unendlich zu sein. Mimik und Gestik werden verstärkt wahrgenommen und der Zugang zum Unterbewusstsein öffnet sich. Es tritt neben einem gesteigerten Einfühlungsvermögen auch eine starke Veränderung des Selbstgefühls (Bewusstseinsveränderung) auf - alles verschwimmt und verändert sich. In- und Output sind ebenfalls gesteigert. Die Person kann euphorisch und traurig gleichzeitig sein, was man als paradoxe Gefühle bezeichnet. Eine weitere Wirkung ist die Miterregung eines Sinnesorgans bei Reizung eines anderen (Anm.: Synästhesie). Man hört zum Beispiel Musik und sieht Bilder dazu oder das Telefon klingelt und man sieht die Klingel.

 

Reize sind besonders intensiviert vor allem der Schmerzreiz. Es kommt zur psychischen Gewohnheit. Speziell auf die Sprache wirken sich die Halluzinogene auch aus. Die Wirkungen sind martikulierbar, das heißt man kann es nicht beschreiben bzw. in Worte fassen, was man erlebt. Wörter haben plötzlich ganz andere Bedeutungen. Man geht zur nonverbalen Kommunikation über, da man sowieso schneller denkt als spricht.

 

Die sogenannten Opioidrezeptoren befinden sich im zentralen und peripheren Nervengewebe. Eine höhere Dichte findet sich im Thalamus. Sie sind z. B. für das Schmerzempfinden von Bedeutung. Möglicherweise lässt sich damit die erhöhte Schmerzempfindlichkeit der HSM und die häufige Unverträglichkeit von Psychopharmaka und Narkotika erklären.

 

Opioidrezeptoren sind auch an der Interozeption (Spüren der inneren Organe und der eigenen Körperposition im Raum) beteiligt. Veränderungen können zu einer erhöhten Kardiosensibilität (Herzwahrnehmung) führen.

 

Halluzinogene, welche auch als Opioide bezeichnet werden, bewirken eine Intensivierung der sensorischen Wahrnehmungen und können zu Synästhesien führen (Töne schmecken, Farben hören). Des weiteren beobachtet man eine verstärkte Wahrnehmung von Farben und Kontrasten, verstärkte Sehschärfe, Lichter werden außergewöhnlich empfunden, Geräusche werden klarer gehört, Musik kann an Rhythmus und Tiefe gewinnen. Es können sowohl größte Glücksgefühle als auch schlimmste Ängste hervorgerufen werden oder ein kreativer philosophischer Gedanken- und Ideenfluss. Alltägliches erscheint faszinierend, man erlebt tiefgehende spirituelle Erfahrungen, ein Verständnis der Dinge. Zugleich das Gefühl, eine normale und gleichzeitig stark veränderte Psyche zu besitzen, emotional sensibel zu sein, eine besondere Verbindung oder Einheit mit anderen Menschen zu haben. Im Unbewussten  befindliche Gedanken oder Erinnerungen werden bewusst, ein schmerzhaftes Erlebnis oder Gefühl wird durchlebt („Flashback“). Eine Flut von neuen Eindrücken tritt in das Bewusstsein (Reizüberflutung).

Die gewonnen Eindrücke werden von Konsumenten solcher Drogen als Bereicherung gesehen, die zu einem tieferen Einblick in das Wesen der Welt und der Wirklichkeit verhelfen kann.

 

In Verbindung mit dieser Beschreibung der Auswirkungen halluzinogener Drogen, die als „Voraussetzung“ dieser Empfindungen den Thalamus „ausschalten“ sollen, wird m. E. sehr deutlich, was diese kleine Andersartigkeit hochsensitiver Menschen für große Auswirkungen hat.

 

Wenn man weiterhin berücksichtigt, welche Wahrnehmungen insgesamt im Limbischen System verarbeitet werden, so wird man feststellen, dass dies eben genau all die Wahrnehmungen sind, die sich bei HSM besonders auswirken: Kardiosensitivität (bewusstes Wahrnehmen des Herzschlages im Ruhezustand), Hunger, Geruchssinn, Geschmackssinn, Schmerzwahrnehmung, Sprechmotorik, Empathie, Gefühl von Fairness, plötzliche Eingebungen (Intuition), Suchtgedächtnis und vieles mehr.

Mein neues Buch (Zum Bestellen auf das Bild klicken)

REALE Treffen:

Stammtisch hochsensible/hochbegabte Erwachsene

Jeden letzten Mittwoch im Monat in

48301 Nottuln. Genauere Infos bitte per Kontaktformular erfragen.

 

Besuchen Sie auch meine Online-Gesprächskreise auf Facebook:

Hochsensitivität-Hochbegabung-Synästhesie

 

REGIONAL fürs Münsterland:

Treffpunkt HS/HB/Syn Münsterland

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Eliane Reichardt