Hochsensitiv - Hochbegabt - Synästhet ?
Hochsensitiv - Hochbegabt - Synästhet ?

Töne schmecken, Farben hören, im Kalender spazieren gehen, ...

Synästhesie ist die Verbindung oder Vermischung mindestens zweier Sinne aufgrund eines Reizes. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den beiden Teilen „Syn“ (= zusammen) und „aisthesis“ (= Empfinden) zusammen. Menschen, die die Fähigkeit besitzen, auf einen Reiz mit mindestens zwei Sinnen zu reagieren, nennt man Synästhetiker, Synästheten oder auch liebevoll „Synnies“.

 

Die Schätzungen bezüglich ihres Anteils an der Bevölkerung sind in den letzten Jahren stetig nach oben korrigiert worden und derzeit bei etwa 10% angekommen. Tendenz steigend.

 

In den meisten Fällen wird Synästhesie mit Farbensehen in Verbindung gebracht, was aber bei weitem nicht die einzige Synästhesieform ist. Wenn dies auch nicht bei allen Synästheten so ist, so kann dieses Phänomen doch anhand von Farbbeispielen am besten erklärt werden. Aber Achtung: Lange nicht alle Synnies sehen Farben!

 

Bezeichnend ist, dass diese Empfindungen in dieser Form nur in eine „Richtung“ funktionieren. Sieht jemand z. B. ein „A“ immer rot, so sieht er, wenn er die Farbe Rot sieht, jedoch kein „A“. Des weiteren löst ein Sinnesreiz immer dieselbe andere Empfindung aus. Das „A“ ist also immer rot. Die Farben wechseln nicht.

 

Synästhesie ist unwillkürlich, spontan und nicht beeinflussbar. Sie entsteht als Folge des entsprechenden Reizes. Sie bleibt unverändert i. d. R. das ganze Leben lang.

 

Neben den klassischen fünf Sinnen Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen (Tasten) gibt es noch die Wahrnehmung der inneren Organe (Eingeweide), die Wahrnehmung der relativen Lage des Körpers, Zeit-, Sprach-, Schmerz- und Temperaturwahrnehmung, räumliche und Farbwahrnehmung und natürlich die Emotionen.

 

Bei einer Synästhesie ist jede denkbare Verknüpfung aller Sinne möglich und manche Synästheten können bei einer Synästhesie auch mehr als zwei Sinne miteinander verbinden, z. B. Ton, Farbe und Geschmack. Ein Mensch kann auch mehrere Synästhesien haben und jeder Synästhet hat seine eigenen synästhetischen Erfahrungen, die allerdings innerhalb einer Synästhesieform immer gleichbleibend sind. Näheres zu den einzelnen Synästhesieformen finden Sie unter dem entsprechenden Menüpunkt.

 

Mittlerweile ist allgemein anerkannt, dass Synästhesie angeboren und damit vererbbar ist. Es ist bewiesen, dass es keine Krankheit, sondern eine neurologische Besonderheit ist.

 

Die meisten Synästheten sind sich ihrer zusätzlichen Fähigkeit gar nicht bewusst. Manche bemerken sie überhaupt nicht, andere denken, das sei bei allen Menschen so und reden deshalb nicht darüber. Weil es für sie schlicht selbstverständlich ist. Wieder andere haben bei den ersten Versuchen, darüber zu reden, schlechte Erfahrungen gemacht und behalten es deswegen lieber für sich.

 

Wenn jedoch ein Gegenüber da ist, der das auch so empfindet, ist die Erleichterung meist groß und es macht Freude, sich gegenseitig auszutauschen.

 

Wenn auch Sie den Wunsch verspüren, sich über Ihre Synästhesie auszutauschen und näheres zu erfahren, dann freue ich mich, wenn ich Sie in meiner Facebook-Gruppe "Hochsensitivität - Hochbegabung - Synästhesie" begrüßen darf!

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© Eliane Reichardt