Hochsensitiv - Hochbegabt - Synästhet ?
Hochsensitiv - Hochbegabt - Synästhet ?

Auch hier gibt es geschichtliches

Die ersten Hinweise auf Synästhesie sollen schon mehr als 3000 Tausend Jahre alt sein, nämlich aus der alten Fassung der hebräischen Thora. Ich kenne diese Schrift nicht und kann das daher weder bestätigen noch dementieren. Aber ich neige dazu, es einfach zu glauben.

 

Auch danach gab es noch viele Hinweise, oft in Verbindung mit Heilern oder Philosophen. Diese Einschätzung kann ich allerdings aufgrund der Literatur von oder über solche Menschen, die ich kenne, bestätigen. Im Mittelalter findet man nicht mehr so viele bis keine Hinweise. Für mich liegt die Erklärung auf der Hand (z. B. Inquisition). Erst ab dem 17. Jahrhundert kann man aus einigen Schriften dieses Persönlichkeitsmerkmal wieder herauslesen.

 

Z. B. schreibt man Goethe und Nietzsche neben einigen anderen Personen des öffentlichen Interesses diese Fähigkeit posthum zu.

 

Der Franzose Alfred Vulpian erwähnte Synästhesie schon 1866 unter dem Begriff „sensations associées“ und Sir Francis Galton, der sich als einer der ersten auch mit Intelligenzforschung beschäftigte, führte bereits 1883 eine Studie zu diesem Thema durch. Er beschrieb das Farbenhören als ihm am häufigsten aufgefallene Synästhesieform, erwähnte aber auch die Sequenz-Raum-Synästhesie unter dem Begriff Number-Forms.

 

Noch hatte das Phänomen aber keinen Namen. Der Begriff „Sy­naesthesia“ entwickelte sich erst Ende der 1880er und verän­derte sich in seiner Bedeutung bis in das zwanzigste Jahrhundert.

 

„Der Italiener Ferrari dokumentierte 1910 die Empfindungen eines Geschmackssynästhetikers. Die Arbeit von Anneliese Argelander „Das Farbenhören und der synästhetische Faktor der Wahrnehmung“ aus dem Jahr 1927 enthält bereits 466 Quellen­angaben zum Thema. In dieser Arbeit zitiert sie einige Autoren, die davon ausgehen, dass Farbenhören bei 15 Prozent der Bevöl­kerung vorkommt.“ (Matthias Neumann www.vonmatthias.de)

 

Im 3. Reich wurde Synästhesie als Geisteskrankheit pathologisiert, wie so vieles andere auch, und stand lange im ICD, dem Diagnosehandbuch für (psychische) Krankheiten. Dort soll es erst nach den öffentlichen „Bekenntnissen“ einiger populärer Personen wieder heraus genommen worden sein. Auch diese Angaben habe ich nicht explizit geprüft, weil sie für mich nicht wichtig waren. Aber auch hier neige ich dazu, dies einfach nur zu glauben.

 

Erst ab dem Ende der 1980er Jahre gelangte die Synästhesie in den Focus der Wissenschaft. Sicher maßgeblich aufgrund der neuen Möglichkeiten bei den Untersuchungsmethoden, den bildgebenden Verfahren.

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© Eliane Reichardt