Hochsensitiv - Hochbegabt - Synästhet ?
Hochsensitiv - Hochbegabt - Synästhet ?

Achtung: Hochexplosiv!

Dies ist wahrlich ein schwieriges Thema!

 

Dabei ist es ein ganz schlichtes Wort und heißt einfach nur Auswahl. Wertfrei.

 

Die Menschen haben es aber mit einer ganz bestimmten Bedeutung bedacht. Elite, das ist immer etwas besonderes, höheres, besseres. Bezogen auf den Menschen eine bevorzugte Gruppe, auf welche Art auch immer bevorzugt.

Da gibt es Eliteschulen, Eliteuniversitäten, Eliteinternate, eine wirtschaftliche (finanzielle) Elite und vieles mehr.

Weil eine Elitegruppe, aus welchen Individuen sie auch immer besteht, stets als etwas besseres, etwas besonderes betrachtet wird, existiert hier auch eine gewisse Ehrfurcht, eine misstrauische, zumindest aber vorsichtige Distanz. Und Ablehnung.

 

Insbesondere hier bei uns in Deutschland ist dies meinem Empfinden nach sehr extrem. Seit über 70 Jahren darf man hier nicht einmal an so etwas denken. Gehört man zu einer solchen Gruppe, spricht man besser nicht drüber. Es gilt als mehr als „unfein“, so etwas zu sagen und sich selbst damit vermeintlich als etwas besseres darzustellen. Wir müssen alle gleich sein. Niemand ist hier etwas besseres.

 

Ich persönlich habe mich bereits als junger Mensch an der Schwelle zur Pubertät von solchen Gedanken distanziert. Natürlich mag auch ich nicht gern an diese Zeiten denken und selbstverständlich bin ich der Meinung, dass etwas in dieser Art nicht im Ansatz noch einmal passieren darf. Meine Eltern haben den Krieg am eigenen Leibe mit erlebt. Und die Zeit vorher und nachher. Kein Mensch kann ermessen, was sie durch gemacht haben. Aber sie haben es nicht „verbrochen“. Und ich oder meine Kinder und Enkelkinder schon mal gar nicht. Ich persönlich bin der Meinung, wir sollten den Focus wieder auf die Zukunft richten. Im Bewusstsein der Vergangenheit. Aber nicht unter ihrem Joch.

 

Hochbegabte, High Potentials sind keine Elite im Sinne des allgemeinen (deutschen?) Verständnisses dieses Wortes. Vielleicht sind sie eine Auswahl. Eine Auswahl der Natur im Sinne von Aron (wovon ich überzeugt bin). Diese Tatsache, vorausgesetzt es ist eine Tatsache, macht sie aber nicht besser, sondern schlicht notwendig. Genauso wie die Normalbegabten. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Bezogen auf das Tierreich haben wir Menschen bemerkenswerterweise keine Probleme, eine offensichtlich höhere Sensitivität von 15 bis 20% der jeweiligen Populationen zu bemerken und anzuerkennen.

 

Hochbegabte fühlen sich auch nicht als etwas besseres. Ganz im Gegenteil. Dieses angebliche „Empfinden“ ist ihnen von außen auferlegt. Natürlich gibt es auch unter Hochbegabten Charaktere, die nicht dem Idealbild eines friedvollen Menschen entsprechen. Genauso, wie überall. Aber das gilt lange nicht für alle. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Hochbegabte sogar außerordentlich friedvoll sind und allesamt den Traum von einer „besseren“ Welt hegen, was ihre bevorzugte Berufswahl bestätigt. Sehr viele sind im Bildungs- und Gesundheitssektor tätig.

 

Gedanken von Zusammenrottung und Weltherrschaft sind in Verbindung mit Hochbegabung geradezu grotesk. Das passt nicht zu ihren Persönlichkeitsmerkmalen, von denen einige wichtige ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, ausgeprägte Abneigung gegen Gewalt (auch verbal) und ein hohes Maß an Empathie sind.

 

Hochbegabte wollen und müssen zu ihrer Gesunderhaltung ihr Potenzial ausleben. Sie müssen, genauso wie alle anderen Menschen die Erfahrung machen dürfen, an ihre (intellektuellen) Grenzen zu stoßen und brauchen Aufgaben, die sie nur mit Anstrengung bewältigen können, damit sie mit sich zufrieden sein können. Genauso wie alle anderen Menschen auch.

Dazu bedarf es anspruchsvoller Aufgaben und nicht mehr von denselben anspruchslosen Aufgaben (Diversifikation der Berufsbilder!).

 

Ich persönlich sehe die Lage in Deutschland so, dass High Potentials derzeit nur wenig Chancen haben, ein ihrer Begabung angemessenes Leben zu führen. Weil wir immer noch in der Vergangenheit leben. Aus Angst vor „Elite“. Durchaus verständlich aber im Hinblick auf Hochbegabung völlig unbegründet. Und zukunftsbehindernd. Für den Einzelnen, für unsere Wirtschaft, für unsere Gesellschaft.

 

Wir sollten dieses unselige Wort aus unserem Wortschatz streichen.

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© Eliane Reichardt